contemplation: aufgewacht – nachgedacht

Fundis im ZDF-Gottesdienst?!

Am 11. August schrieb Daniel Mack (Hanau), Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Migration und Flucht seiner Partei) und Frederik Seibring (Aktive Humanisten Uni Marburg) einen Offenen Brief  an den Fernsehrat des ZDF mit einer Beschwerde über den am vergangenen Sonntag, den 09. August 2009 ausgestrahlten Gottesdienst:  „Was ich glaube – Allianz für Jesus“ aus Bad Blankenburg mit dem Generalsekretär der DEA, Hartmut Steeb

Hier eine Antwort:

Gemäß ihrem Selbstverständnis legen evangelikale Christen die Bibel schriftlich aus, verweigern sich der historisch-kritischen Deutung und fallen damit weit hinter den Stand moderner liberaler Theologie zurück.

Die Bibel wird nicht schriftlich ausgelegt, vielleicht meinen Sie “wörtlich verstanden”. Wie auch immer , die Bibel, besser das Wort Gottes untersteht keinerlei Theologie, sondern jede Theologie hat sich am Wort Gottes zu orientieren. Das Wort Gottes ist der Maßstab. Menschen glauben  an Gott und seinem Wort – nicht an Theologien und Dogmen welcher Art auch immer. Glauben und Vertrauen geschieht aber mit dem Herzen, nicht mit dem Verstand. Deshalb ist es auch so einfach. Jesus selbst sagt: werdet wie die Kinder, sonst könnt ihr es nicht. Jesus sieht das Herz an, nicht den Verstand.

So berichtet die ARD-Redakteurin Oda Lambrecht in ihrem Buch „Mission Gottesreich. Fundamentalistische Christen in Deutschland“ über Homosexuellenfeindlichkeit, kreationistisches Gedankengut, Missionseifer, Wunderglaube und zunehmenden Einfluss in den evangelischen Landeskirchen.

Haben Sie das Buch gelesen? Gehören Sie eine Gemeinde an und erleben Sie den zunehmenden Einfluss? Wohl nicht. Nun ich würden nicht an einen Gott glauben, der keine Wunder tun kann, aber er kann, nur er, und er tut Wunder (es gibt zahlreiche nachprüfbare Berichte). Im übrigen brauchen Sie sich nur vor den Spiegel zustellen. Sehen Sie nicht das Wunder des Lebens, oder etwa ein Zufallsprodukt? Die Erfahrung lehrt, das Zufallsprodukte ziemlich bedeutungslos sind. Nun stellen Sie sich vor, morgen in der Fußgängerzone würde Ihnen Karl Marx begegnen, würden Sie nicht sofort einen Parteitag einberufen? Aber Karl Marx ist tot. Aber Jesus lebt, dafür gibt es Zeitzeugen. Können Sie es da jemandem verübeln, wenn er davon eifrig weitererzählt? Ob unsere Welt nun durch Schöpfung oder Evolution entstanden ist, das ist in jedem Fall eine Glaubensfrage. Denn Sie waren ja auch nicht dabei, oder? “Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst”, sagt Jesus, ja sogar “liebet eure Feinde”. Deshalb ist Homosexuellenfeindlichkeit Sünde. Aber alle Menschen sind Sünder, Christen und Nichtchristen, Es ist für Gott kein Unterschied, ob ich meinen Nachbarn, einen Moslem oder einen Homosexuellen hasse. Es ist Sünde. Jemanden zu lieben heißt, ihn so zu lieben, wie er ist und nicht so, wie ich ihn gern hätte. Nun ist es eine sehr menschliche Vorstellung zu glauben, Gott würde den einen mehr lieben (z. B. weil er regelmäßig in die Kirche geht) als den andern weil er Homosexuell ist. Aber Gott hasst alles, was dem Menschen schadet. Vielleicht gehört die Homosexualität auch dazu, Antworten finden sich im Wort Gottes.

Am 04. August 2009 berichtete Frontal 21 in dem Bericht „Sterben für Jesus – Missionieren als Abenteuer“ unter anderem über die Arbeit von Reach Across e.V., die von der DEA auf ihrer Homepage als eine mit ihr verbundene Organisation geführt wird. Die Tätigkeiten von Reach Across e.V. im Ausland gefährden bewusst das Leben von jungen Menschen und Entwicklungshelfern.

Die Sendung habe ich gesehen, das war niedrigstes Bild-Zeitung Niveau. Schlechte Recherche und Stimmungsmache. Einfach unseriös.

Auch die NDR-Sendung „Zapp“ berichtete kürzlich über die Einschüchterungsversuche durch evangelikale Christen, denen ihre Kritiker ausgesetzt sind.

Beruhte auch alles auf schlechten Journalismus.

In einem Interview mit der Wochenzeitschrift „Junge Freiheit“ (JF) äußerte sich Hartmut Steeb, Generalsekretär der DEA, unter anderem zur Homosexualität und erklärte, dass diese von der DEA für eine nicht erstrebenswerte Lebensform gehalten wird.

wie das Leben aus Koffern, oder im Karton oder ein zölibatäres Klosterleben auch, wo ist den das Problem?

Im weiteren Verlauf des Interviews mit der JF interpretiert Steeb das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland so, dass es sich wie die DEA gegen Abtreibung und damit „klar gegen die Tötung ungeborener Kinder“ ausspricht.

Du sollst nicht töten! – Egal was das Grundgesetz, oder jedes andere Gesetz sagt.

In dem SPIEGEL-Artikel „Aufschwung Jesu“ vom 28. April 2008 behauptet Steeb, ein weltanschaulich neutraler Staat sei „ein gefundenes Fressen einer auf Expansion und Aufrichtung einer islamischen „Gottes-Staat-Ideologie“ ausgerichteten islamischen Weltsicht.“

Wo er recht hat, hat er recht. Das sagen auch namhafte Politikwissenschaftler – sollte Ihnen ja bekannt sei.

Auf der Homepage der DEA schreibt Dr. Christine Schirrmacher: „Menschliche Begegnungen sind überall wichtig, wie viel mehr für Muslime. Manch einer sehnt sich nach Freundschaft und Annahme, aber auch nach echter Gotteserfahrung, nach Gewissheit der Vergebung und Frieden im Herzen; all das kann der Islam nicht wirklich vermitteln.”

Kann der Islam auch nicht, (will er auch nicht) oder haben Sie den Koran nicht gelesen?

Die Minderheitenfeindlichkeit der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) ist jedoch eine Meinung, vor der Demokraten warnen müssen und nicht widerspruchslos hingenommen werden kann.

Die Minderheitenfeindlichkeit ist eine Behauptung, die nicht bewiesen werden kann, weil es sie nicht gibt. Im Gegenteil (siehe weiter oben) Abtreibung, das ist Minderheitenfeindlich.

Die Organisation und die mit ihr verbundenen Untergliederungen und Gruppierungen haben ein Menschen- und Weltbild, welches sich klar gegen das Grundgesetz und die freiheitlich-demokratische Grundordnung richtet.

Das zeigt, das Sie weder das Grundgesetz noch den Christlichen Glauben wirklich kennen.

Sie streben nach politischer Macht.

Nein, Jesus sagt: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Aber, die Grünen, die Piraten, die Banker u.a. tun es.

Inwiefern ist die Ausstrahlung eines ZDF-Fernsehgottesdienstes der Deutschen Evangelischen Allianz mit den „Werten des ZDF“ zu vereinbaren?

Haben Sie den die Werte des ZDF nicht gelesen oder nicht verstanden?

Das ZDF als öffentlich-rechtliches Programmangebot unterscheidet sich von kommerziellen Angeboten durch den Wert, den es sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft erbringt.

Dem einen gefällt eine Gottesdienst nicht, dem andern der Parteitag der “Grünen” nicht, was soll´s , einfach abschalten.

Wie wollen sie der schleichenden Fundamentalisierung der Gottesdienstsendungen als öffentlich-rechtlicher Sender Einhalt gebieten?

So, wie man einer schleichenden Islamisierung begegnet.

Hier der Brief im Wortlaut

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  • Richtig analysiert und beurteilt!
    Dem ist (fast) nichts mehr hinzuzufügen, (denn die Unkenntnis und die fehlende Beschäftigung mit der Materie durch Herrn Mack ist ja offenkundig), außer vielleicht der Frage, wieso ein grundsätzlich gegen Kirchen und damit auch Gottesdienste eingestellter junger Mensch (siehe andere Äußerungen von Herrn Mack) das ZDF beraten oder gar kritisieren will in der Auswahl der zu übertragendenden Gottesdienste.
    Aber wer noch jung ist, sollte (hoffentlich) noch lernfähig sein: Toleranz, erst sich gründlich informieren, dann erst überlegen, ob man protestieren will oder soll und dann seine Ansicht auch begründen (Grundgesetzfeindlich?)

  • Danke für diese tolle Antwort. Sie haben es auf den Punkt gebracht!

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